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Bunte Provinz

Von: burg

Am 25. März wurde im Konferenzsaal der Burg Insterburg ein neues Projekt, “Bunte Provinz” oder “Touristisch Insterburg” der Öffentlichkeit vorgestellt.

Tourismus ist allgemein als eine der Entwicklungsprioritäten Nordostpreußens anerkannt, und von allen Städten und Kreisen der Provinz hat ausgerechnet Insterburg Stadt und Kreis das reichhaltigste Erbe an Geschichte und Kultur vorzuweisen. Hier gebe es Prussenburgen und Ordensschlösser, hier stehen Denkmale der Architekturklassik und der frühen Moderne — die Stadt kann und soll ein Kernpunkt im Tourismus-Cluster der Region sein. Man ist auch infrastrukturmäßig nicht schlecht aufgestellt: Hotels und Cafés, Museen und Verastaltungen stehen bereit, ein Mehrfaches des heutigen Tourismusstromes zu empfangen.
Doch etwas störe sie… (more…)

“Offenes Zimmer”, eine neuartige Kunstresidenz

Von: Administrator

Am fernen Stadtrand Insterburgs liege versteckt ein rußlandweit einmaliges Bauwerk des Bunten Bauens, zugleich das einzig erhaltene Werk Hans Scharouns im Lande. Eist gab es ihrer mehr, zehn Jahre wirkte er in der Stadt und in ihrer Umgebung, doch dann kam der Krieg, die Zwangsumsiedlungen, den Archivverlust, das Absterben der mündlichen Überlieferung… Das bloße Bestehen der Siedlung “Bunte Reihe” zu Insterburg verschwand aus der Architekturgeschichte.
Das Wiederauferstehen der Siedlung begann im letzten Jahr mit den Veröffentlichungen in den Fachblättern, dem “insterJAHR”-Kolloquium, den Fachbesuchern, die inzwischen fast schon zur Routine wurden; dem Aufmaß

Die frisch gegründete Eigentümergenossenschaft, im Verbund mit dem “insterJAHR” und der Architektur- und Bauuniversität Kasan, bereite, von den Experten begleitet, die Wiederherstellung der alten Buntheit vor.

Man möchte glauben, der Tag sei nahe, wenn die Skizzen Realität werden. Doch… wird es auch richtig sein?

Ohne Frage sei es nötig, die Häuser zu dämmen und zu reparieren, die Putzschäden auszubessern und die verblaßten Farben aufzufrischen, doch hafte all diesen Arbeiten ein Geburtsfehler an: der Straße gegenüber, ihren Einwohnern zu seien sie — fremd. Ihnen liege kein Bewohnerauftrag zugrunde, vielmehr wurden die Bewohner in der Notwendigkeit dieser Arbeiten erst überzeugt — und auch die ausführenden Kräfte werden nicht ihre sein, denn soviele Baufacharbeiter zähle die Straße nicht — schließlich werde auch die Kasse von Auswärts sein.

Und wenn ach die Straße von Zauberhand plötzlich wieder neu strahlte, stellt sich die Frage, ob der Bewohner zu ihr eine Beziehung aufbauen werde, die anders als bloße Nehmermentalität sei. Benötigt aber sei ein Beschützer und wirklicher Hausherr. Hier komme die Kunst zur Hilfe: gemeinsam mit den Bewohnern werde eine neuartige Kunstresidenz, Klub und Museum ins Leben gerufen.

Was sei eine übliche «Kunstresidenz»? — eine oder mehrere Werlstätten, mitten im Zentrum, wo der Künstler schaffe, von der ihn einladenden Stadt besselt und zur derselben Stand Nutzen. Manchmal wird sein Werk auch direkt von der Stadt beauftragt. Der Stadtbewohner nehme an dem allen von jenseits der Vitrine Teil. Hier zu Insterburg ist derlei nicht zu wiederholen: die Lage sei ungeeignet und auch die Flächen. Hier bedarf es etwas anderes.

So in etwa könnte in ein Paar Jahren die Einfahrt in die “Bunte Reihe” aussehen. Im Hause rechts stand über 20 Jahre ein Laden des Zivilschutzes leer, davor eine Bäckerei und noch eher ein Kolonialwarenladen Otto Weißenbergs — neuerdings wurden die Räume von einem Königsberger Mäzen aufgekauft.

Einst zierten die Wand die angebotenen Waren, dann war sie eine ganze Weile lang kahl. Nun der neue Inhalt:

“Architekturdenkmal “Bunte Reihe”, 1921-1924, Architekt Hans Scharoun
Kunstresidenz, Kunststraße, Nachbarschaftstreff, Museum und Café
Versammlungen, Ausstellungen, Ateliers, Kurse”
 — in Kürze, das “Offene Zimmer”.

Mehr als ein Zimmer ist ja auch nicht vorhanden, und die Tür werde wirklich offen sein. Komme einer, um hier etwas zu schöpfen, trete er, zwangsläufig und zwangsfrei, gleich auf die Straße hinaus, und auch die Versammlungen oder Gesprächsrunden tues es ihm nach — so passiere es bereits schon! Die Arithmetik ist hier recht eigen, durchs Teilen vermehre sich der Platz.
Die Arbeiten, die auf der Straße von den “Kunstresidenten” erschaffen, saugen den ganzen Sinn ihrer auf und bleiben hier — oder auch im nächsten Gemüsegarten — oder im nahen Friedhofswald. Die Arbeiten nehmen die Bewohner mit auf, verleihen der Straße eine neue Kraft, komplettiere gleichsam dieses Mosaik. Dürfen wir nach Ihrem Steinchen fragen?

Buntes kommt wieder

Von: Administrator

Die ersten Kontakte zwischen dem “insterJAHR” und den “Keimfarben” geschahen bereits im November 2010 bei der Leipziger “Denkmal”-Messe: die einen stellten ihre gewohnt brillianten Fassadenfarben aus, seit 1878 nach Keimschen Rezept in bayrischen Diedorf hergestellt, die anderen hatten die ersten Arbeiten an der “Bunten Reihe” zu zeigen. Auch im Jahre 1912, dem Geburtsjahr des “Bunten Bauens” gab es die Keimschen Mineralfarben schon, und erst recht 1921, als Scharoun mit seinen Häusern zur Tat schritt: da war die Vermutung naheliegend, sie wären auch an den farbenfrohen Fassaden der heutigen Elevatorenstraße mit von der Partie. Hinter der Vermutung war ein handfestes Interesse: wo die Architektenangaben, die bauzeitlichen Erinnerungen oder Farbaufnahmen nicht auffindbar (wohl wisse man, daß es jene gab, doch wo?), wo nichteinmal die Lieferbelege für Pigmente und Bindemittel vorhanden — wie anders an die ursprünglichen Farbwerte kommen?
Zumeist bestellen die Handwerker ihr Farbvorrat, von den etwaigen Architekten gänzlich unabhängig, später mischt sich der Bewohner in die Bepinselung seiner vier Wände ein, wie der Zeitgeschmack gerade ausfalle — schon ist der Originalanstrich passé. Auch zu Insterburg wäre es so ergangen, doch reichte hierfür nicht die Zeit; zu Tschernjachowsk war es der allgemeine Materialmangel, der den Neuanstrich verhinterte — schon reiht sich die Stadt in die seltenen Beispiele ein, wo ein 90-jähriger Verputz mit Originalanstrich noch vorhanden.
Die “Keimfarben” nahmen es auf sich, die inzwischen verblaßten Pigmente und Bindemittel zu untersuchen: zu Jahresbeginn ging das Laboratorium Dr. Rupp ans Werk. (more…)

Von Insterburg nach Amsterdam

Von: Administrator

Reisebericht der Vorsitzenden der Eigentümergenossenschaft “Bunte Reihe”, Frau Olga Iwanowna Sidorenko. Teil 1.


Vor Kurzem nahm eine Gruppe aus Nordostpreußen an einer internationalen Konferenz in Amsterdam teil, zum Zwecke des Erfahrungsaustausches über die Restaurierung und den Wiederaufbau historischer Bauten in verschiedenen Ländern der Welt, sowie der diesbezüglichen Erfahrung der Zusammenarbeit der Ämter und der Öffentlichkeit. Zusammengerufen hat alle Teilnehmer die Firma “Stadherstel Amsterdam”, eine bekannte Größe im Besitz und Restaurierung von Altbauten; auf 55 Jahre Erfahrung blicke sie zurück.

Namhafte Architekten, Historiker und Restauratoren aus ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien kamen in Amsterdam zusammen. Ich war auch als Vertreterin der Öffentlichkeit geladen, als Vorsitzende der Wohnungseigentümergenossenschaft im Geschichtsviertel “Bunte Reihe” zu Insterburg (heitige Elevatoren- und Gagarinstraße): unsere Straße Elevatornaya wurde 1921 bis 1924 vom berühmten und europaweit geachteten Architekten Hans Scharoun erbaut worden. Mehr noch, diese Straßenbebauung, in diesem Jahr 90 Jahre alt, war der erste große Werk Scharouns. Eine Expertin in der Architektur oder der Restaurierung bin ich nicht, nachfolgendes sind nichts als meine Eindrücke von der Reise, der wunderbaren Ergebnisse erfolgter Restaurierungen auch an den Denkmälern, die buchstäblich aus den Ruinen wiederauferstanden, der schönsten Bauten und vom packenten Enthousiasmus der Pioniere der Restaurierung . (more…)

Auf Skladanowskys Spuren

Von: Administrator

Stets auf die fremde Federn schauend, ob sie nicht zufällig etwas vom “insterJAHRe” berichten, laufe man Gefahr, auch das Eigene aus den Augen zu verlieren.
So kommen auch die Filme von der Moskauer Architekturbiennale-2010 auch erst jetzt zur Schau.

Die SESAM-Mannschaft schuf eine Idee einer Stadt, noch bevor sie nach Insterburg aufbrach. Bis zum Ablauf des Regionaltreffens junger Baumeister zierte dieser Streifen die entsprechende Seite. Nun ist die geschlossen. Zum zweiten Male wurde der Film zu Königsberg am 28. März 2011 gezeigt, und nun und auf Dauer — hier.

“Hans Scharoun, der Berliner Baumeister” war eines der beiden Hauptfilme im “insterHAUS”. Da wir mit dem lauten Ausstellungsvolk rechneten, ist der Film stumm.

Unser “insterHAUS” entstand in den Werkstätten der Königsberger Bauschule. Wir sind der guten Hoffnung, auch künftig die Schule im unseren Programm begrüßen zu dürfen.

Was habe nun dies alles mit den Skladanowskys zu tun, von denen die Überschrift spreche? — einst waren sie im Jahre 1895 den Lumières gar um einige Monate zuvorgekommen, doch bald in Vergessenheit geraten. Als es im Vorjahr einen Filmclub im Insterburg zu gründen galt, besann man sich der letzteren, nicht der ersteren! Und auch die Filme, mit denen unser “insterJAHR” begann, verschwanden fast für ein Jahr in die Schubladen.
Völlig unverdient.

Veranstaltungen

26.05.2012 10:00

Festival der Stile, «Epoche. Musik. Kostüm». Präsentationen der Hobbyvereine usw. auf der Burg Insterburg

01.06.2012 10:00

Kinderfest auf der Burg Insterburg

07.06.2012 10:00

Sommerpraxis des 5. Semesters der Architekturfakultät der Bauuniversität Kasan, Fachrichtung «Restaurierung und Erneuerung vom baulichen Erbe». Auf den Straßen und Plätzen der Stadt.

23.06.2012 10:00

Kinderspielfest «Die Märchenburg», für Kinder von 2 bis 102 Jahre. Auf der Burg Insterburg

25.06.2012 10:00

Heimatkundliche Jugendwanderung «Menschenschicksal - Landesschicksal», auf dem Gebiet der Provinz. Erforschung und Markierung der Wanderpfade; Erweiterung der Burgsammlung, Treffen mit den Urbewohnern, Vorstellungen.

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