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Bäume schulen

Von: 12inster_admin34534

In kommender Zeit werden an die 60000 Bäume in Insterburg ewartet, gespendet von der Provinz. Weder ihre Größe, noch das Alter oder die Art, geschweige denn Qualität des Materials seien bekannt — wie soll mit ihnen umgegangen werden? Sie gleich zu pflanzen käme bei jungem Alter und mangelndem Wuchs dem Erfrieren schon beim ersten Winter gleich.

Der Landschaftsseminar der Dorpater Universität der Lebenswissenschaften(Professor Friedrich Kuhlmann, Magister Jekaterina Balicka, Bakkalaureen Mart Simisker, Maria Derlöš, Kristjan Kohu, Ave Kongo, Polina Palo) entgegnet dieser Herausforderung mit dem Konzept temporärer Baumschulen, die unmittelbar auf den Straßen der Stadt angelegt werden sollen. Unter aktiver Mitarbeit der Bewohner und ihrer Verbände beleben die Jungbäumchen erst die wüsten Stellen, und werden erst zu ihren eigentlichen Bestimmungsplätzen gebracht, wenn ihr Wachstum es gestatte (wenn ihr Stammdurchmesser in 1-Meter-Höhe 10—12cm betrage). Jene wüste Stellen können auch die einstigen Hausgrundstücke sein: so würden die Bäumchen, als ob aus den Ruinen wachsend, Vergangenes mit dem Künftigen verbinden.

Geschenk 60000 temporäre Baumschule Baumfest

Auf der Karte sind solche Schulen gelb markiert.
Die Baumschulen sollten von den bestehenden Parks getrennt sein, denn dort gebe es an Jungbäumen keinen Bedarf — ihr Platz sei dort, wo es an Nutzungen derzeit noch (oder schon) fehle. Verpflangen könne man entweder komplett die gesamte Anlage (etwa wenn ein Bau bevorstehe), oder auch nur in Teilen, sie Schritt für Schritt ausdünnend. So konnten einige Bäume gar für immer am Ort bleiben, als Grundlage eines späteren Parks oder Grünstreifens.


anfängliche dichte Pflanzungen später ausgedünnt

Die Endlage der gespendeten Bäume ist grün markiert.

Die Provinzspende gehe an die Stadt, mit diesem Projekt wird sie an die Bürger weitergereicht, die sie mit ihren Bürgeriniziativen auch pflegen sollten. Es gehe darum, mehr als bloß ein Paar Tausend Bäume in den Grund zu stecken und wachsen zu lassen, sondern durch sie einen Bezug zwischen den Bewohnern und ihrer Stadt wiederauferstehen zu lassen, das fehlende Glied zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Die Stadt werde in fünf Bezirke unterteilt, jeder von der besonderen Eigenart. Standorte für temporäre Baumschulen und endgültige Pflanzungen werden je nach Bezirk besonders festgelegt.


1. Bezirk
Im Norden, in den Wohnquartieren jenseits der Bleiche, werden Haine oder kleine Anlagen in den Leer- und Zwischenräumen angelegt, um die losen Häuservolumen miteinander zu verknüpfen.


2. Bezirk
Die Fehlstellen werden geschlossen und alte wie kranke Straßenbäume ersetzt. Die alten Kasernenhöfe werden zu jungen Hainen, dem Keim späterer Stadtgärten; auch manche abgängige Kaserne werde durch sie wieder belegt, was die historische Stadtstruktur wieder greifbar mache.


3. Bezirk
Historische Baumreihen an den Straßen der Altstadt sollten erneuert werden, neue Bäume an die Stelle der fehlenden oder kranken Vorgänger treten. Schließlich sind die Straßenbäume die lebhafte Verbindung des Insterburgs mit dem Tschernjachowsk.


4. Bezirk
Am alten Schloß und den Listen, aus denen einst die Stadt erwuchs, können die verlorengeglaubten Häuser durchs Grün der Baumschulen wiederauferstehen.


5. Bezirk

Im Kaufmann-Park und um die Teiche sind keine Neupflanzungen geplant. Hier ist es wichtig, durch lineare Eingangspflanzungen die Besucher in den Park zu laden.

An den vier Haupteinfahrten zur Stadt werden Alleen geplant, die Grüntore Insterburgs.


Gepflanzt werden vorrangig Winterlinden Tilis cordata, aber auch die Gewöhnliche Rosskastanie Aesculus hippocastanum, Vogelbeere Sorbus aucuparia und Schwedische Mehlbeere Sorbus intermedia.

Ein Kommentar zum Eintrag “Bäume schulen”

  1. Sergej Nedosekin 07.10.2011 15:41

    Sech hundert Tannen sind im Rahmen des Programms auf 2 Hektar Land bei den Insterburger Wasserwerken gepflant worden.

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