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Insterburg als Knotenpunkt

Von: 12inster_admin34534

Magister-Arbeit von Wen Mei im LAREG-Seminar 2011, vorgestellt auf der Abschlußkonferenz der Burg Insterburg: regionales Freiraumkonzept mit Agrarpark Insterburg

Die Oblast Kaliningrad und Insterburg

Heute liegt Insterburg im Zentrum der russischen Exklave Kaliningrad und ist vom Verwaltungszentrum 88 Kilometer entfernt.
Die Oblast Kaliningrad nimmt einen besonderen Platz auf der Landkarte Rußlands ein, einen, der sich in ihrer Geschichte und Kultur auffallend von allen anderen Regionen Rußlands unterscheidet. Bereits die geographische Lage der kleinen „Insel“, die von Ländern der EU umgeben ist, läßt eine andere, außergewöhnliche und einzigartige Atmosphäre vermuten, die nicht mit den anderen russischen oder europäischen Regionen zu vergleichen ist. Man bezeichnet es als eine eigenartige Brücke zwischen Osten und Westen, die Brücke der Freundschaft und Partnerschaft. Als Enklave spielt Kaliningrad eine wichtige Rolle auf der Verbindung zwischen Rußland und Europa, als Potenzialbereich sich zu entwickeln. Dann aber kommen viele Probleme auf dem Wege auf, wie diese Identität zu stärken sei.
Eine Besonderheit der Oblast: es blieb der ursprüngliche, von der Eiszeit geprägte Charakter des Naturraumes weitgehend erhalten. Menschliche Eingriffe in die Natur sind bislang weniger spürbar, als in anderen Teilen Europas. Die wirtschaftliche Verwertung der natürlichen Ressourcen, der wenigen Rohstoffreserven dürfte ökologisch kaum vertretbare Folgen haben. Die dünne Besiedlung der ländlichen Räume und die Konzentration der Bevölkerung auf die Hauptstädte, die Zentren des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens, machen die baltischen Länder interessant für den Tourismus durch eine Kombination von attraktiven Städtereisen und Erholung in naturnaher Umgebung

Heute spielt Insterburg eine wichtige Rolle als Knotenpunkt vom Eisenbahn und Fluß.

Das Landschaftsbild wird von leicht gewelltem Flachland mit Moränenhügeln, größtenteils versteppten Wiesen und Feldern sowie viel Wald bestimmt, die von breiten Flußniederungen und Moorgebieten unterbrochen wird.

Analyse Kreis Insterburg

Besiedlung

Jetzige Grünflächen

Neue Grünflächen einrichten

Konzept: Knotenpunkt von Grünflächen

Aus der Analyse sind die jetzigen Zustände im Kreis Insterburg ersichtlich; viele Grünflächen, sowie Felder und Wiesen erstrecken sich bis an den Stadtrand Insterburgs, von denen etliche Flächen nicht benutzt werden. Es ist notwendig, diese Flächen neu zu ordnen mit dem Ziel, Insterburg als ein Knotenpunkt von Grünflächen zu entwickeln.

Maßnahmen:

  • vorhandene Grünflächen neu zu ordnen, insbesondere dem Ödland neue Funktionen geben. Aber welche Funktionen passen eigentlich hierhin? Entsprechend der politischen Entscheidung von der Regierung ist der Schwerpunkt von wirtschaftlichen Entwicklung ist dieser Region die Landwirtschaft. Die Standortvorteile sind:
    • günstige geographische Lage, Kreuzpunkt der Transportwege, Zentrum Europas
    • Natur- und Klimaverhältnisse sind für die Landwirtschaft günstig
    • im Vergleich zu Nachbarländern sind die Energieträger günstig
    • im Vergleich zu Nachbarländern sind die Arbeitskräfte günstig
    • große brachliegende Landwirtschaftsflächen
    • direkter Zugang zu Absatzmärkten in Rußland und Europa
    • Zugang zum Meer, entwickeltes Transportnetz
    • Regelungen der Sonderwirtschaftszone
    • Steuerermäßigungen für Landwirtschaftsproduzenten, staatliche Unterstützung

    Ohne die Regelung der Grundstücksverhältnisse ist die Realisierung der Investitionsprojekte unmöglich. Die regionale Regierung kontrolliert Nutzung der Landwirtschaftsflächen. Die Region kaufte bereits große brachliegende Güter und plant, sie wieder einzusetzen.
    Die landwirtschaftlichen Nutzflächen kommen in Rußland landesweit auf 730 Tausend Hektar. Aus verschiedenen Gründen liegen z.Zt. ca 45% dieser Flächen brach. Sie sind ein Potential, das man auch benutzen soll. Die regionale Regierung plant, diese Sitiation bis 2015 erheblich zu ändern.
    Daher ist es notwendig, Ödland schrittweise in Acker zu verwandeln.

  • Grünzüge hinzufügen
    Weil sich die jetzigen Grünzüge bereits bis nach Insterburg erstrecken, ist Insterburg ein natürlicher Mittelpunkt dieser Flächen. Entsprechend dem Konzeptansatz, Insterburg als einen solchen zu entwickeln, sollen an die bestehenden Flächen erst neue Abschnitte hinzugefügt werden, dann ganze Grünzüge, um dadurch die Wälder mit dem Stadtzentrum zu verbinden. Insbesondere entlang dem Fluß und Straße werden Grünzonen eingerichtet, um die Lebensqualität zu erhöhen, vor dem Hochwasser zu schützen usw.
  • Grünränder erstellen
    Mit Insterburg als Mittelpunkt wird früherer Außenbereich zum inneren.
  • Um den direkten Marktzugang Rußlands nach Europa zu entwickeln, wird eine neue industrielle Verbindungs(Nabel-)schnur zwischen den beiden gelegt

Analyse von der Struktur

Landschaft als Sprache vom Entwerfen. Durch die Überlagerung der jetzigen Wegestruktur und den Siedlungsachsen versuche ich, den Entwurfsbereich besser an die Stadt anzupassen.

Analyse des vorhandenen Wegenetzes

Die Hauptelemente der Landschaft sind Fluß, Feld usw. Die räumliche Struktur der Straßen und Wegen wird als Layer in den Entwurf mit einbezogen.

Analyse der Siedlungsachsen

Die Struktur der peripheren Siedlungen, wie z.B. Straßenfluchten oder Siedlungskanten werden in Form von Achsen in die Landschaft verlängert.

Überlagerung

Durch die Überlagerung der beiden räumlichen Systeme entsteht eine neue Struktur. Die Aufnahme der Siedlungsachsen ermöglicht einen starken Bezug zwischen der Siedlung und der Landschaft. Das neu entstandene Wegesystem fürhrt von den Siedlungsflächen in die Landschaft hinein.


Zustand von Insterburg

Es gibt unterschiedliche Benutzungsarten der jetzigen Grünflächen:

  • Die Wälder
    Ausgedehnte Waldflächen erstrecken sich im südöstlichen Grenzeck sowie rund um die Städte Tschernjachowsk und Krasnoznamensk. Der größte Teil der Wälder ist von Menschenhand angepflanzt. Es dominieren Kiefern, Eichen, Eschen, Buchen.
  • Die Felder
    Ursprünglich war die Region von Wäldern bedeckt. Sie wurden größtenteils gerodet, um Acker- und Weideflächen zu gewinnen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges galt Ostpreußen dann als eine der Kornkammern Deutschlands. Bedingt durch die schwierige Situation in der Landwirtschaft liegen heute viele Felder brach und versteppen. Im Frühling sind weite Teile der Flächen überschwemmt.

Vom Stadtzentrum von Insterburg folgen aufeinander auf dem Weg nach Außen:

  • zentrale Grünflächen, Sportanlagen und Parkanlagen, aber auch viele private Grünflächen,
  • Äcker und Ödlande, viele ungemütliche Orte und sperrige Architekturen wie am Flugplatz, G+terbahnhof, Frachtverteilzentrum usw.
  • Wälder und wieder Äcker

Entwurf


Bau: Gebäude — Sehenswürdigkeit — Kleingärten
Verkehrslinie: Hauptstraße — Wanderweg/Feldweg — Eisenbahn
Wald
Ödland
Acker: Kartoffel — Gerste — Weizen — Raps
Wasserstraße: Fluß/Kanal/Teich

Im Mittelpunkt der Entwurfsidee steht die Steuerung der Siedlungstätigkeit an der nördlichen Peripherie Insterburgs. Dieses Ziel wird durch die Anlage eines Versuchsfeldes erreicht. Die gegenwärtige strukturarme Kulturlandschaft wird somit von einer neuen Form der Kulturlandschaft überlagert in der durch den Einsatz der unterschiedlichen Energiepflanzen eine abwechslungsreiche Textur und Höhenstaffelung sowie eine zeitliche Entwicklungsdynamik entsteht. Der Energiepark bietet außerdem die Möglichkeit für ein Event wie etwa eine Landesgartenschau.
Neben den Äckern füјr Pflanzenproduktion beinhaltet der Entwurf noch folgende Elemente:

  1. Alee
    Durch Straßenbäume werden die Wälder mit der Stadt verbunden.
    Durch Feldgrenz-Alleen wird die Struktur verstärkt
    Durchs Einrichten von Alleen am Wasser werden Wege für Spaziergänger angeboten.
  2. Kleine Parks
    Entlang dem Fluß und der Straße werden einige kleine Parks eingerichtet, um Aufenthaltsmöglichkeiten für Besucher anzubieten, einfache, mit Bäumen, Wiesen und Stegen.
  3. Versuchsfeld
    Durch die Realisierung unterschiedlicher Fruchtfolgen in unterschiedlichen Anbausystemen ist es jederzeit möglich, den Forschern eine geeignete Fläche für ihre Fragen zur Verfügung zu stellen.
  4. Kleingärten
    Verwaltung vom Versuchsfeld
  5. Brücken
    Drei neue einfache Brücken erhöhen die Erreichbarkeit.

Dynamik

Die neue Form der Kulturlandschaft zeichnet sich durch eine zeitliche und auch räumliche Entwicklungsdynamik aus. Durch das Zweikulturen-Nutzungssystem wechselt die Pflanzung innerhalb der Jahreszeiten als Sommerung und Winterung. Die Ernte der unterschiedlichen Kulturen wie z.B. der Kurzumtriebsplantagen erfolgt in verschiedenen Rhythmen.
Angesichts der günstigen Lage und Klimaverhältnisse gibt es objektive Voraussetzungen für die Entwicklung eigener Produktion. Eigene vorhandene und neu gebaute Verarbeitungsanlagen, die Regelungen der SWZ und das regioinale Landwirtschaftspotential sind gute Voraussetzungen für die Schaffung von Cluster im regionalen Agrar-Industrie-Komplex und für die Entwicklung von vertikal integrierten Unternehmen.

Pflanzen

Für dieses Bereich sehe ich die geeigneten Pflangen wie folgend:

  • Wald: Kiefer, Buche, Eiche, Esche
  • Futterpflanzen: Gras (Wiesengras), Heu (Wiesenheu, Luzernenheu), Silagen (Anwelk-Grassilage), Stroh (Haferstroh, Weizenstroh, Roggenstroh), Getreide (Hafer, Gerste)
  • Energiepflanzen: Raps, Sonnenblumen, Kartoffel
  • Getreide: Gerste, Weizen

Die wichtigsten Bereiche sind die Pflanzenproduktion (Getreide, Raps, Kartoffel, Gemüse, Futterkulturen etc.), die Milchviehzucht, Rind-, Schweine- und Geflügelproduktion, Pferde- und Schafzucht.
Als einem Entwurfsschwerpunkt wird den Energiepflanzen die Hauptaufmerksamkeit geschenkt.
Energiepflanzen gehören zu den nachwachsenden Rohstoffen und werden ausschließlich für die energetische Nutzung angebaut. Sie liefern die nötige Biomasse für Wärme, Strom und Kraftstoffe. Energiepflanzen sind Biomasse, die nachhaltig produziert werden kann und dazu beiträgt, daß der ländliche Raum gestärkt wird: durch den Anbau von Energiepflangen entstanden Arbeitsplätze in der deutschen Land- und Forstwirtschaft. Damit ist Bioenergie aus Energiepflanzen vielen anderen erneuerbaren Energien gegnüber im Vorrteil. Die Nachfrage boomt.

Analyse räumliche Struktur

Das Sichtfeld wird bei zunehmender Geschwindigkeit stets kleiner und einzelne Elemente werden unschärfer oder verschmelzen mit ähnlich geprägten Elementen in der Nähe. Entlang der Straßen werden Raps-Flächen angelegt. Dem Kommen der Besucher mit dem Auto, also mit hoher Geschwindigkeit, wird durchs Wechseln von Weit- und Kurzsicht Rechnung getragen, die Fahrt gebremst und wieder beschleunigt. Es wird versucht, alle Landschaftsstrukturen zu zeigen; wichtig ist es, die Fahrwechsel nicht zu schnell und zu häufig stattfinden zu lassen.

Entlang dem Fluß werden dagegen Wiesen und Alleen für Spaziergänger angelegt, die sogenannten Kleinen Parks. Der Boden in der Flußnähe ist auch zu feucht, nicht geeignet für die Getreidepflanzen. Es ist notwendig, hydrophile Pflanzen anzubauen — um vor Hochwasser zu schützen und auch um die Uferkanten zu befestigen.

Lageplan mit Schnitt a-a und Sichtpunkt

Zwischen diesen beiden Randanlagen ist die Topographie relativ flach, geeignet für städtische Gebilde, für Getreide bzw. Kartoffeln, Weizen und Gerste. Die dafür passenden Strukturen werden aus den Stadtplanformen entwickelt, um das Ländliche an das Städtische anzupassen. An der Straße ist Platz für Raps, zum Fluß hin folgen die Getreiden, dann die Wiesen; die Höhe der Pflanzen wird dabei immer niedriger. Wird mit der topographischen Erhebung wird ein geschlossener Raum geschaffen, verschieben sich die Aktivitäten zum Fluß oder unmittelbar an seine Ufern, um lebendige Atmosphäre am Wasser zu schaffen.

Perspektive 1, 2. Zeigen ein-und-dieselbe Sicht in zwei unterschiedlichen Monaten, bedingt durch die zeitliche und räumliche Entwicklungsdynamik

Randfassung am Wasser

Acker — Weg — Fluß

Acker — Wiese — Fluß

Acker — Wald — Fluß

Randfassung an der Straße

Siedlung — Straße — Acker

Acker — Weg — Acker (mit Allee)

Acker — Weg — Acker

Analyse Ebenen

Siedlung

Verkehrssystem

jetzige Grünflächen

neue Grünflächen

Getreidearten

Grünflächen gesamt


Entwurf eines Treffpunkts von Grünflächen (Vertiefungsbereich)

Landwirtschaft soll als ein Teil der Landschaft entwickelt werden. In diesem Bereich wird nicht nur die Schönheit wegen gebaut, sondern auch der wirtschaftlichen Entwicklung geholfen. Entsprechend der Konzeptidee entwickelt sich das Stadtzentrum als Knotenpunkt von Grünflächen, viele Funktionen werden dort angesiedelt. Der Vertiefungsbereich wird in Zonen aufgeteilt.

Lageplan mit Schnitt b-b und Sichtpunkten

Am Nordufer:

  1. die jetzigen Kleingärten sind zu behalten, auf den Äckern in der Nähe davon wird ein Versuchsfeld (gescheckt im Lageplan) eingerichtet. Später zieht hier die Verwaltung des Versuchsfeldes ein.
  2. am Gestüt werden die Felder für Futterpflanzen angelegt (grün im Lageplan). Später entsteht hier ein Ausrittplatz mit Grasdecke.
  3. entlang der Straße und um die Bauten werden Erholungsanlagen für Beschäftigte, Bewohner und Besucher gebaut.
  4. am Fluß werden Alleen und Wiesen für Spaziergänger und Fahrradfahrer angelegt.

Am Südufer:
Feldwege für Spaziergänger werden als Stege errichtet, am Ufer entsteht ein Erholungspark.

Schnitt b-b

Bau: Gebäude — Kleingärten
Verkehr: Hauptstraße — Eisenbahn
Grün: Wald — Park/Wiese — Straßenbaum
Acker: Kartoffel — Gerste — Weizen — Raps
Gewässer: Fluß/Kanal/Teich

Perspektive 3

Perspektive 4

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