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Umfassende Untersuchung einer historischen Lanschaft

Von: 12inster_admin34534

Die Universität St.Petersburg, Kunstfakultät, Fachgebiet “Raumgestaltung” unter der Leitung von Eugenia Petraschen und Elena von Stieglitz hielt in Insterburg in Oktober 2011 ein Studentenpraktikum ab: bei den Forschungs- und Entwurfsarbeiten der Magister in spe ging es um die “Umfassende Untersuchung einer historischen Lanschaft” .
Der Untersuchungsgegenstand war der Neue Friedhof, umgangssprachlich als “Frieda” bekannt, und zum kommenden Poesiepark bestimmt.


Teilnehmer

Victoria Lukitschöwa
Leonid Derügin
Alexej Borowikow
Marina Zay
Xenia Babeschkina
Eugenia Lebedewa
Sophia Iwanowa
Maria Chudjakowa
Janina Maschugina
Tatjana Sachartschuk
Elena Saposchkowa
Margarita Katschnowa
Anastassia Eremina
Anastassia Suchenko
Natalia Sypko
Daria Konokowa
Maria Gnedina
Zhang Zeyu
Ekaterina Gladyschewa


Grünzonenplan Insterburgs

Praktikumsstandort, Hugo Kaufmanns Parkfriedhof

Der Gedanke eines Poesieparks im Namen Frieda Jungs kam während der Entwurfswerkstatt 2010 auf. Nach dem Auffinden geschichtlicher Planunterlagen war es offensichtlich, daß dieser Gedanke einer ganzen Reihe von Felduntersuchungen bedürfe, um realitätsnah zu werden.


Hauptaufgaben des Praktikums

  1. Analyse und Herausarbeiten der Planstruktur, sowie der Volumen- und Raumkomposition.
  2. Bestimmen der Baumarten.
  3. Untersuchung des Oberflächenbewuchses.
  4. Pflanzenpatologische und insektenkundliche Untersuchung.
  5. Bodenkundliche Untersuchung.
  6. Bestimmen des Wasserhaushaltes.
  7. Klimauntersuchung.
  8. Analzse der Höhenentwicklung.
  9. Bestimmen der Beständigkeit des Naturhaushaltes under Umwelteinflüssen.

Analyse der Planstruktur

Ende des XIX entwickelte sich ein neuer Typus der Kulturlandschaft in Europa, der eines Parkfriedhofs. Der Neue Friedhof zu Insterburg ist ein Paradebeispiel dafür: französicher und englischer Ansatz vereinen sich in ihm harmonisch in der sehr eigenen und zeittypischen Jahrhundertwende-Handschrift Hugo Kaufmanns.


Beispiele andernorts

Eine ähnliche Lösung legte zu Leningrad am Smolnyj der Gärtner Rudolf Katzer an.

Hamburg war die erste Stadt, die einen Parkfriedhof anlegte, in 1877.

Entwurf eines Waldfriedhofs zu Riga, 1908, von Georg Kuphaldt.


Brüderfriedhof zu Riga, 1915-1934, von Andrejs Zeidaks.

Platanenhain zu Darmstadt, angelegt in 1833, 1912-1914 von Bernhard Hoetger umgestaltet.

GEBOREN NIMMER NIMMER MEHR GESTORBEN

GEWESEN NIMMER NIMMER NOCH ZU WERDEN
BESTÄNDIG EWIG UNERZEUGT VON JEHER
ZERFÄLLT ES NICHT WENN AUCH DER KÖRPER HINFÄLLT

Morgenländische Platane, eingepflanzte Kugelform, im darmstädter Platanenhain.

Spitzahorn, eingepflanzte Kugelform, im insterburger Gedenkpark Kaufmanns


Entwurfsansichten Kaufmanns


Blick durch die Einfahrt zur Kapelle


Grabmal in der Achse eines Hauptweges


Blick über den Urnenfriedhof nach dem Krähenwäldchen


Wahlgrabstellen an den Hauptwegen


Waldgräber zwischen Hecken


Waldgräber


Heute: die Hauptachse des einstigen Friedhofs


Allen: verwachsene Hainbuchen


Buchenalleen

Sie laufen in die Felder hinaus, mit dem Höhensprung von über 20 Meter. Heute ist diese Sicht allerdings zugewachsen.



Eine Teilnehmergruppe mit Leiterin, unter ihnen — ein Altarm der Angerapp.





Boden- und Grünproben


Ortsflora: Gräser

Hain-SternmiereGierschGeflecktes LungenkrautAcker-SchachtelhalmWiesen-SauerampferGoldenes FrauenhaarmoosSauerklee

Bäume
SpitzahornWinterlindeRoteicheGewöhnliche RobinieEscheZucker-Ahorn

Und ihre Mißbildungen


Irgendwo hier wurde die Dichterin Frieda Jung begraben



Zukunftspläne

Es soll ein Denkmal für Frieda Jung errichtet werden, etweder an der Hauptallee oder unweit des Ortes, wo ihr Grab einst lag. Ein weiterer Gedenkstein soll allen Insterburgern gewidmet werden, die hier begraben.

Im Poesiepark soll es Themenabschnitte wie «Goldenes Zeitalter russischer Dichtkunst» geben, ferner «Silbernes Zeitalter», «Deutsche Dichtung» und besonders die «Preußische Dichtung»; eine allgemein zugängliche Redner-(Dichter)-Kanzel finde im zentralen Bereich Aufstellung. Die Auswahl der passenden Reime und Personen können die Insterburger Dichtungszirkel beisteuern.

Die gestandenen Bäume und die einmalige Hangsituation birgen einen bewundernswerten Landschaftspotential. Wenn freigeschnitten, führen die Alleen zum Aussichtsplatz über dem Altarm der Angerapp und dem einstigen Turnierplatz — oder steigen die Stufen zum Wasser hinab. Wie malerisch, wie effektvoll werden die Panoramen sein!


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