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Projektbeschluß №2

Von: 12inster_admin34534

In Anerkennung der Erfolge der Bürgerinitiativen und Fachgruppen, die mit Untersttzung der Stadtgemeinde Tschernjachowsk das “insterJAHR-2010” ins Leben riefen, erklären die Amtsverwaltungen der Stadt Tschernjachowsk und des Kreises Tschernjachowsk hiermit ihre feste Absicht, dieses Projekt auch künftig zu unterstützen. Das baugeschichtliche Erbe der Stadt solle zur Grundlage einer internationalen und interregionalen Entwicklungs- und Austauschstätte der Restaurierung, des Bauhandwerks und der Ausbildung werden, forschende und lehrende Wissenschaft aus den Hochschulen sollen hier mit der Praxis kooperieren. Die beiden Amtsverwaltungen Tschernjachowsks begrüßen die Einrichtung eines solchen Zentrums ausdrücklich: möge es das historische und kulturelle Erbe Insterburg-Tschernjachowsks erschließen und erneuern!
Bereits jetzt sind im Laufe des “insterJAHRes-2010” Pilotobjekte ausgewählt worden, die aufgrund ihrer Geschichte, ihres Stils, ihrer Technik oder Typik vom besonderen Interesse erscheinen für die Ausarbeitung der Herangehensweisen sowohl für sich, als auch für die gesamte Kultur- und Geschichtslandschaft der Region Kaliningrad.

Die einzelnen Pilotobjekte werden anhand aktenbasierter Vorprüfung ausgewählt, die die weiteren Aufgaben ergibt. Die eingeladenen Fachschulen nehmen die Werke als Studienaufgaben in ihr Programm auf, untersuchen sie, legen ihr ursprüngliches Wesen dar, erschließen sue für die Wissenschaft. Anhand dieser Arbeiten wird die Erneuerung und/oder Restaurierung des baugeschichtlichen Erbes entworfen, vom Fachkuratorium unter Heranziehung der Stadtbürger bewertet. Jeder Schritt der Forschungs- und Entwurfsarbeit wird eingehend der Öffentlichkeit vorgestellt um die Bürger besser über ihre Stadt zu informieren, wodurch ihr eigener Wissensdrang gestärkt und die Teilnahme an der Umsetzung von Projekten angeregt wird.

In der weiteren Projektarbeit sollen die unterschiedlichen Herangehensweisen ans baugeschichtliche Erbe zusammengebracht und ob der Möglichkeit ihrer Umsetzung geprüft werden. Die besten Ergebnisse werden der Fachöffentlichkeit und dem interessierten Puzblikum zur Verwendung und Verbreitung angeboten.

Einen wichtigen Projektansatz stelle die Aktivierung bisher ungenutzter Arbeitskraftpotentiale der Stadt dar, sowie die Nutzbarmachung des baulichen und kulturellen Erbes zur Verbesserung der Stadtgestalt. Die Bürger und insbesondere die Jugendlichen sollen fachlich geschult an die Berufswahl und Weiterbildung herangeführt werden, ein Impuls nachhaltiger Entwicklung für die Stadt.

Im “insterJAHR” finde eine internationale Jugendbauhütte ihren gebührenden Platz, die Lehrwerkstätten, und die auf ihrer Basis zu erwartenden Ausgründungen örtlicher Handwerksbetriebe. Zusammen mit den Betrieben westeuropäischer Fachorgane stellen sie einen Beitrag in den Wiederaufbau und die Entwicklung der gesamten Region Kaliningrad dar. Bei den musterhaften Bau- und Reparaturvorhaben kommen die Bürger, die Praktikumssudenten, die Fachentwerfer und die Meister des Handwerks zusammen und lernen wie lehren von einander.

Aus dem Projektvolumen-2010 werden fortgesetzt:

  1. Siedlung “Bunte Reihe” in der Gagarin und Elevatorenstr. Von Hans Scharoun 1921-1924 erbaut, steht die Siedlung inzwischen unter Denkmalschutz. Ein Vorentwurf der Wiederherstellung liege vor. In den Jahren 2010-2011 soll ein baureifer Entwurf der Erneuerung und Restaurierung der Bauanlage erstellt, die Denkmalpflegepläne ausgearbeitet und eine EDV-Datenbank den Anwohner und Entwerfern zur Verfügung gestellt werden.
  2. “Das neue städtische Friedhof” in der Gagarin-Straße, vom Gartenarchitekten Hugo Kaufmann 1916 angelegt. Die Vorentwürfe zu seiner Neugestaltung als eines Frieda-Jung-Gedächtnis-Poesieparks sind in Ausarbeitung.
  3. Lokomotiv-Rundschuppen in der Eisenbahnstraße, nach dem Entwurf von Joseph Schwedler um 1870 erbaut und als Geschichts- und Kulturdenkmal eingetragen. Ein Vorentwurf seiner Erneuerung liege vor. Im Jahr 2011 wird das Gebäude vermessen werden, die Schäden kartiert und die ersten Reparaturen getätigt.
  4. Stadtpark im Schützental (Schloßteich, Gawehnsches Teich, Fluß Tschernuppe), Gartenarchitekt Hugo Kaufmann u.a., von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1925. Im Jahre 2011 werden Messung vorgenommen, der Grünbestand gewertet und ausgelichtet.
  5. Siegespark, Gartenarchitekten S. Roerich und O. Melüschko, 1999. Im Jahr 2010 werden Messung vorgenommen, der Grünbestand gewertet und ausgelichtet, und ein Entwurf der Neufassung des Parks erarbeitet.

Erneuert in der Tradition westeuropäischer und russischer Restaurierung des historischen Erbes, wird Tschernjachowsk, die Prüfstätte dieser Technologien, zur Keimzelle neu-alten Bau-, Hand- und Planungswerks auch und gerade in und für die kleineren Städte Rußlands. Es erscheint höchst zeichenhaft, daß eine solche Entwicklung in der Region Kaliningrad ihren Anfang nimmt.

Die Amtsvorsteher des Kreises Tschernjachowsk und der Stadtgemeinde Tschernjachowsk wenden sich hiermit an alle interessierten Kreise und laden sie zur Teilnahme an den obigen Veranstaltungen ein, der Übernahme ihrer in die jeweiligen Programme oder sonstiger Zusammenarbeit.


Gezeichnet: Vorsteher der Kreisgemeinde Tschernjachowsk S.A. Schepetilnikow
Vorsteher der Kreisgemeindeamtes Tschernjachowsk W.A. Fomin

Kommentare (2) zum Eintrag “Projektbeschluß №2”

  1. Galina Kaschtanowa 21.12.2010 02:18

    Ich muß Sie auf einige Details bei der Benennung der Pilotobjekte hinweisen: wer wird sie nur so tituliert haben? und wie? Offensichtlich erfolgte dies im stillen Kämmerlein, ohne auf die Realitäten auch nur zu achten. Ich aber denke, solcherlei verdiene Besprechung und nötigenfalls Korrektur.

    1. «Frieda-Jung-Gedächtnis-Poesiepark»
      Wohl wird Frieda Jung ein huter Mensch und nicht so schlechte Dichterin gewesen sein, doch trug sie nicht als einzige zum Dichterruhm der Stadt bei: man sollte zugeben, daß es sowohl in Insterburg, als auch in Tschernjachowsk mindestens ebenbürtige, aber auch schon größџere Größen gab. Man sollte auch diesen unsere Beachtung schenken! Nennet also den Park schlicht «Dichtungspark», gebet ihm einen anderen Namen, aber bitte ohne ihn an eine bestimmte Person zu binden.
    2. Stadtpark «Schützental» sollte auf Russisch besser “Tal der Schützen” genannt werden, denn sonst denke man unweigerlich an die russische “Streltzy” des 16. und 17. Jahrhunderts. Die deutschen Quellen aber sagen uns, daß hier keine Soldaten der Zarenarmee ihren Schußtrieb nachgingen, sondern die Bürger Insterburgs, Mitglieder der Schützengilde.
    3. Schloßsee, Garwehnsches See (im russischen Text) würen besser mit “Schloßteich” und “Gawehnscher Teich” zu ersetzen (der letztere nach dem ehemaligen Besitzer des Teichgrundstückes, Gawehn). Schließlich bedeute Teich einen künstlichen See, wührend Seen eben natürlichen Ursprungs seien.
    4. Bach Tschernuppa (im russischen Text) wird bei Grunert und Fröhlich noch «Fluß», «Flußchen», oder «Fließ» genannt, wenngleich sein Bild in der Tat dem Bach ähnele. Somit it dieser Name wohl plausibel, und dann wieder nicht: eine Teichkette nicht allzu geringen Ausmaßes konnte ein Bach bestimmt nicht «verkraften». Doch gegen das “a” am Ende ist unbedingt Einspruch zu erheben. Zu den deutschen Zeiten stand da ein «e». Seitdem nicht mehr in Benutzung, wird der Wasserlauf auf heutigen Karten gar namenslos belassen. Darum sollte man ihn einfach transkribieren und Tschernuppe nennen, auch in kirillischer Umschrift.
  2. Administrator 21.12.2010 02:38

    Der dichterische Ruhm Insterburgs erschöpfe sich keineswegs mit Frieda Jung — doch war Frieda Jung die einzige, die als Ehrenbürgerin auf dem Neuen Friedhof ihre letzte Ruhestätte fand. Es ist naheliegend, einen neuen Park, der an derselben Stelle geplant, ihr zu Ehren zu nennen.
    Erstmalig wurde dieser Name August 2010 benutzt, bei der Erläuterung des Landschaftsseminars, und fand allgemeine Zustimmung. Ich sehe nicht, warum wir nun plötzlich uns davon wieder trennen sollten.

    Ob deutsche Schützen, ob russische «Streltzy» — der Unterschied liege in wenigen Buchstaben nur. Im 19. Jahrhundert kannte auch Rußland zahlreiche Schützenvereine, und sie benutzten einmal die eine, und einmal die andere Schreibweise, ganz ohne jede Sorg!
    Mitten in Prag finden Sie übrigens eine Schützeninsel, zu Tschechisch «Střelecký ostrov» — dabei gab es in Prag nie irgendwelche «Streltzy», weder des Zaren, noch der Kosaken: wie kamen sie zu diesem Namen und was nützt es uns? Die Schützen in Prag waren die des Falkenbundes, eines slawischen Turnvereins, der das Turnen und auch das Schießen in Rußland populär machte.
    Die deutschen Schützenvereine der Neuzeit enstammen der selben Turnwurzel, es ist also auch berechtigt, den Namen des Parks, ins Russische übersetzt, von den «Střelec» herzuleiten.
    Im übrigen prangt seit dem Februar 2010 derselbe Name über einen Artikel zur Geschichte des Tales — ohne auch noch geringsten Widerspruch hervorgerufen zu haben.

    Die Seen des Stadtparks sind in der Tat künstliche Mühlenteiche, hier haben Sie Recht. Für den Hinweis auf das überflüssige “r” danke ich Ihnen. Dennoch werden im russischen Text die Wörter “See” nicht gegen “Teich” ausgetauscht: es ist jetzt ein Amtsstück mit Brief und Siegel.

    Der Name des Bächleins hat im Russischen in der Tat einen anderen Schlußbuchstaben erhalten: warum denn nicht, wo der Name nirgends festgelegt? Schließlich nehmen auch Sie von den russisch-deutschen «Angrapa» und «Instrutsch» keinen Abstand, warum sollten Sie auch? Was wäre also der Anlaß, ausgerechnet bei der Tschernuppe dieselbe Handlungsweise zu verbieten? — umsomehr, als durch sie die ehedem ähnlich klingende Namen («Angerapp» — «Tschernuppe») nun auch im Russischen zum Gleichklang kommen («Angrapa» — «Tschernuppa»)?
    Ferner ist auch dieser Name schon seit vergangemen Februar auf diesen Seiten beheimatet.
    Mehr noch, in diesem Zusammenhang ward der Name amtlich.
    Ich sehe keinen Grund, ihn abzuändern.

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