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Piłaer Protokoll

Von: 12inster_admin34534

Über Schneidemühl, Bromberg und Dirschau liegt der Weg nach Insterburg laut dem Eisenbahnkursbuch von vor über 50 Jahren, und auch im Reiseplan Wilfried Wolffs und Dimitri Suchins, unterwegs zur Abschlußkonferenz 2011. Unterwegs sollten die Baudenkmäler der Ostbahn in Augenschein genommen werden, die örtlichen Iniziativen kennengelernt, der eine oder andere Vortrag gehalten und Daten für ein Artikel gesammelt.
Als Fazit vorab: erst der drohende Untergang mache ein Baudenkmal zum Sorgenkind aller. Davor ist es gleichsam unsichtbar.

Insterburg ist dem ein Beispiel: vor dem 2010-Kolloquium nahm keiner die große Kuppel am Wegesrand wahr, wiewohl sie von allen gesehen ward — heute nun ist eine jede Änderung in ihr (des Parkplatzes Öffnung und Schließung, des Daches Fall und Reparatur) ein Gegenstand grundsätzlichster Kontroversen. Nicht anders in Berlin, wo die Abdeckung des Rundschuppens in Berlin-Rummelsburg, des drohenden Einsturzes wegen, langsam schon den obersten Gremien der Deutschen Bahn den Gesprächsstoff liefere. Von den anderen Bauten wisse man hingegen nicht einmal, ob sie noch heile stehen oder jämmerlich untergegangen seien.
Die Herausforderung ist klar: selbste solle man fahren und schauen.

Bromberg stellte sich als die einzige Anlage heraus, wo die Ablufte noch stehen, wenn auch nicht nach dem Originalentwurf.


Der Schuppen stehe auf dem Gelände der Waggonfabrik, dem Bahnhof gegenüber. Außer dem bahnhofsinternen Museum lassen sich kaum noch Nutzungsvarianten vorstellen.

In Dirschau war das Depot in fußläufiger Entfernung zur berühmten Weichselbrücke zu finden.

Auf der vorstädtischen Seite der Gleise versteckt, umringt von den aufgelassenen Betriebsgebäuden und Güterbahnhöfen, ist der Bau zentrumsnah und dennoch unnahbar. Seine Annexe dienen heute dem Wohnen, die Öffnungen sind vermauert; nebenan wird Betriebsunterricht angeboten. Von allen Lokschuppen der Ostbahn zeige sich dieser am besten erhalten.

Scheidemühl ist die einzige Anlage, die wegen Baufälligkeit gesperrt werden mußte.


Sie ist es auch, die am ehesten saniert werde; ob der Details werde debattiert.

Hier meldete man am 8. Oktober zusammen mit den Vertretern des “Okrąglak”-Vereines, den Denkmalschutzbehörden und der Architektenschaft an die Welt:

Wir, die unterzeichneten, versammelt in Piła am 8. Oktober 2011 und vom gemeinsamen Interesse bewegt, das historische Erbe unserer drei Länder zu bewahren und behutsam zu entwickeln, erkennen als eines der herauragenden Beispiele eines solchen völkerverbindenden deutsch-polnisch-russischen Erbes die Eisenbahnrundschuppen entlang der Strecke Berlin — Piła — Bydgoszcz — Tczew — Tschernjachowsk und weiter nach St.Petersburg. Diese Höhepunkte des Ingenieurwesens verfügen über Potentiale, Grenzen zu überwinden, Entwicklungen zu ermöglichen, Schranken aufzubrechen und Vorurteile zu beseitigen. In Erkenntnis dessen erklären wir:

  • eine Arbeitsgruppe zu gründen unter dem Titel “6 Ostbahn-Runde”, entsprechend der Anzahl der erhaltenen Rundschuppen entlang der Strecke
  • alles in ihren Kräften stehende zu unternehmen, um diese Bauten zu bewahren und neu zu beleben
  • entsprechende Erfahrungen auszutauschen, ferner Archivalia und sonsiges vom gemeinsamen Interesse
  • sachdienliche Veranstaltungen durchzuführen und an solchen teilzunehmen, gemeinsam und einzeln, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben usw.

Zwecks Durchführung Fach- und Bürger-Kooperationen werden weitergehende Vereinbarungen beschlossen.

Diese Vereinbarung ist offen für den Beitritt weiterer Parteien, sofern sie die erklärten Ziele teilen. Sie gilt für ein Kalenderjahr ab Unterschrift und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn nicht spätestens ein Monat vor dem Ende der besagten Frist gekündigt. Diese Vereinbarung bedingt keinerlei Kosten und Ansprüche gegen die Unterzeichner.

Die ersten Unterschriften setzten die Herrn Dimitri Suchin, Projektbeauftragter “insterJAHR”, Insterburg; Wilfried Wolff, Vorsitzender des Ausschusses für Denkmalpflege, Baukammer Berlin; Piotr Ziółkowski, Vorsitzender des Vereins “Okrąglak”, Piła auf das Papier.

Ein Kommentar zum Eintrag “Piłaer Protokoll”

  1. Piotr Ziółkowski 23.11.2011 01:51

    Ihre Unterschriften setzten sich ferner:

    • Zbigniew Smagliński, Eisenbahner im Ruhestand
    • Antoni Krasiński, Eisenbahner im Ruhestand
    • Krzysztof Czajkowski, Co-Autor des “Wenn die Bahn nicht wäre…“-Filmes
    • Anna Czapla-Furtacz, Lokalblatt-Journalistin
    • Arkadiusz Świniarski, Beamter
    • Henryk Palczewski, Generaldirektor des “Interlok”
    • Marek Furtacz, stellvertretender Generaldirektor des “Interlok”
    • Roman Chwaliszewski, Leiter Ortsvertretung des Wojwodschafts-Denkmalamtes Großpolen

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